Nennsdorf - St. Bonifatius

Historie

Die Kirche St. Bonifatius zu Nennsdorf, als Ort urkundlich bereits 876 erwähnt, ist die älteste Kirche im Kirchengemeindeverband Magdala und zugleich eine der ältesten Kirchen in Thüringen. Sie wurde wahrscheinlich bereits im 11. Jh erbaut und ist bis auf die veränderten Fenster und Türen im romanischen Baustil auf uns gekommen. Das Patrozinium des heiligen Bonifatius könnte ein Hinweis auf den einstigen Besitz durch das Kloster Fulda sein. Bonifatius gründete im Jahre 742 das Bistum Erfurt; Nennsdorf lag an der östlichen Bistumsgrenze. Bonifatius hatte das Kloster Fulda als Grablege bestimmt.

Das heutige Gotteshaus wirkt in seinem Aussehen sehr bescheiden und ursprünglich. An der Ostseite fällt die Apsis auf, der abgerundete Chorabschluss, der für die ersten Kirchen aus Stein typisch ist. Die Apsis wird im Innenraum durch einen halbkreisförmigen Triumphbogen vom Langhaus abgetrennt.

Die ursprünglich sehr kleinen Fensterschlitze wurden im 18. Jh. vergrößert. An der südlichen Außenmauer kann man einen der alten Fensterschlitze erkennen. Ursprünglich wurde die Decke von vier romanischen Säulen getragen, von denen nur noch das Kapitell der nordöstlichen Säule vorhanden ist, das heute als Taufstein genutzt wird. Ein früher auf dem Dach sitzender Dachreiter ist nicht mehr vorhanden. Die Kircheneingangstür ist ebenfalls noch im Original erhalten. Solche Missionskapellen hatten weder Gestühl, noch Emporen. Auch in Nennsdorf gab es wohl nur den noch erhaltenen Steinaltar und einen Taufstein. Heute finden wir in der Kirche St. Bonifatius sowohl Bänke im Erdgeschoss, als auch eine dreiseitige Empore auf der die Orgel steht.


Innenausstattung

Die kleine Orgel stammt aus der Zeit um 1800 (Werkmeister unbekannt) und ist heute noch spielbar. Zu den Gottesdiensten und Veranstaltungen erklingt sie regelmäßig. Auf dem Kirchenboden hängt eine sehr schön verzierte Glocke mit Majuskeln (Großbuchstaben) und sechs Medaillons, u. a. die Evangelistenzeichen sowie das Tümplingsche Wappen. Sie wurde im 15. Jh. gegossen. Außerdem existiert noch der Torso eines gekreuzigten Christus vermutlich aus dem 17./18. Jh.

Restaurierung

Die Kirchenrenovierung fand 1972 statt. Seit der Wiedervereinigung wurden verschiedene kleinere Verschönerungsarbeiten im Innenbereich durchgeführt. Außerdem wurde das Außenmauerwerk trockengelegt und eine Dachrinne angebracht.                                                      

Christel Vopel, Andre Starke


Kontakt

Die Kirche gehört zur Kirchengemeinde Bucha im Kirchengemeindeverband Magdala. Gottesdienste finden in unregelmäßigen Abständen statt, gelegentlich werden hier Taizeé-Andachten angeboten.

Pfarrbüro Magdala, Schulstr. 18

Tel. 036454 50207

Mail: buero@kirche-magdala.de