Bucha, St. Michael

Historie

Der Ortsname Bucha leitet sich von Buchaha ab und bezieht sich wahrscheinlich auf die Baumart „Buche“ und aha für Wasserlauf; ein wasserdurchflossener Buchenwald. Die urkundliche Ersterwähnung ist vom 4. April 1290. Bucha hatte z. d. Zeit bereits als Pfarrdorf eine zentrale Stellung für die umliegenden Dörfer.

Die Kirche aus Schiff und Apsis bestehend, ist romanischen Ursprungs. Davon zeugt heute noch im Innenraum der Triumphbogen östlich des Langhauses sowie das vermauerte Rundbogenfenster außen an der Ostseite. In der 2. Hälfte des 13. Jh. erfuhr das Langhaus eine Erweiterung, als ein etwa zwei Meter kürzerer Chorraum an die Stelle der Apsis gesetzt wurde, der auf seiner Osthälfte den Turm trägt.

Im Inneren fällt auf, dass die Spitzbogentonne über dem Chorraum niedriger ist als der Triumphbogen. Die Jahreszahl 1779 weist auf die Erweiterung des Langhauses nach Westen und den Aufbau eines Mansarddaches hin. Um das Jahr 1827 folgte die Errichtung eines neuen Kirchturms, rechteckig mit schieferverblendetem Fachwerk und mit welscher Haube. Damit erhielt die Kirche ihr heutiges Aussehen.


Innenausstattung

Ein Umbau von 1903 hat das Aussehen einschneidend verändert. Äußerlich wurde die Kirche an der Westseite um drei Meter verlängert und der alte Eingang an der Nordseite geschlossen; im Inneren dunkel gebeizte Einbauten im neoromanischen Stil. Dazu gehören die gesamte Gestaltung des Altarraumes einschließlich Altartisch und Kanzel mit Einlegearbeiten, die Bänke, zweigeschossige Emporen sowie deren Aufgänge, Deckengestaltung und das Orgelgehäuse. Ein Türblatt mit dekorativen Beschlägen von 1637 und zwei Glockenbruchstücke mit Pilgerzeichen aus dem 14./15. Jh. befinden sich in der Sakristei. Eingelagert auf dem Turm sind ein Rokoko-Kanzelkorb und ein dazugehöriger Schalldeckel von 1762.

• Drei Bronzeglocken von 1862 wurden im 1. Weltkrieg eingezogen, jetzt drei Gussstahlglocken, die größte trägt die Inschrift
  „Gedenket den Helden“, „Herr, gib Frieden“ und weist auf die sieben Buchaer Gefallenen von 1914-1918 hin.

• Altar, Kanzel und Taufstein stammen vom Jenaer stammen vom Bildschnitzer Thomas Wolff aus Jena (1903).

• Auf der ersten Empore befindet sich die Heerwagen-Orgel von 1903.

• Buntglasfenster um 1920 eingebaut und mit Spenden von Buchaer Familien finanziert


Restaurierung

• 1993 wurde der Kirchturm erneuert und neu gedeckt (Kosten 250 TDM).

• 2011/2012 wurde die Heerwagen-Orgel von der Firma Mitteldeutscher Orgelbau A. Voigt aus Bad Liebenwerda aus Spendengeldern für 20 T€ restauriert.

• 2014 grundhafte Sanierung der gesamten Elektrik durch Fa. Harald Reisch aus Göttern

• 2016 Umrüstung auf elektrisches Geläut durch Christian Beck, Kölleda (Kosten 8 T€).

Christel Vopel


Kontakt

Gottesdienste einmal im Monat nach Plan des Kirchengemeindeverbandes Magdala.

Pfarrbüro Magdala,
Schulstr. 18,
Tel. 036454 50207
Mail: buero@kirche-magdala.de

 

Bild 1: Ansicht von Nordwest mit Turm im Osten
Bild 2: Holztür mit Eisenbeschlag von 1637 in der Sakristei
Bild 3: Chorraum mit spitzbogigem Tonnengewölbe unter dem Triumphbogen

Fotos: Christel Vopel